• Mike Winter

Meine Geschichte: Warum ich Autor und Führungskraft bin.

Aktualisiert: 21. Okt 2020

Was sind meine Leidenschaften?


1964 bin ich an der Schwelle vom Baby Boomer zur Generation X geboren. Meine Eltern hatten einen eigenen Betrieb, waren sehr beschäftigt und hatten nicht viel Zeit für mich und meine drei Brüder übrig. Als Drittgeborener stand ich schon sehr früh mit beiden Beinen auf der Erde und habe mir bereits mit sechzehn einen ersten Job im Textil-Einzelhandel und eine eigene Wohnung gesucht. Ich fand Arbeit als Verkäufer in einem coolen Klamottenladen mit extrem angesagten Marken aus dem Jeans- und Sportswear-Bereich. Der Laden gehörte zu einer schnell und erfolgreich expandierenden Ladenkette aus Nordrhein-Westfalen mit größeren Filialen in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen und Mannheim.


Angesagte Marken waren damals Diesel, Replay, Lewis und Edwin Neue modische Ware kam im Schwerpunkt aus Italien, Griechenland und der Türkei. Die erste gewaschene Jeans wurde Anfang der achtziger Jahre aus Japan importiert. Das Cash- and Carry-Geschäft blühte. Es gab brandaktuelle modische Ware, die wir einmal wöchentlich aus einem Großhandels-Einkaufscenter in Neuss bezogen. Die Arbeit machte mir extrem viel Spaß. Schließlich trug ich immer die coolsten Klamotten und hatte mit den modisch orientierten Leuten zu tun. Verkaufen war mein Ding. Ich fand es gut, wenn ich coole Aufgaben bekam, bei denen ich mich beweisen konnte. Der Branche ging es hervorragend und die Bezahlung war überdurchschnittlich gut. Also habe viel gearbeitet und dabei schon früh viel Geld verdient. Als wir mit der Firma zusätzlich ein eigenes Großhandelslager in Neuss eröffneten, verlagerte ich meinen Lebensmittelpunkt dorthin und war eine zeitlang für die Lagerorganisation und die Kundenbetreuung verantwortlich. Neben diesen Aufgaben bestand meine Arbeit darin, circa zwanzigtausend Edwin-Jeans und zehntausend Sportswear-Oberteile im Monat zu verpacken, zu versenden und ordnungsgemäß zu fakturieren. Arbeitstage von zwölf bis vierzehn Stunden waren keine Seltenheit. Leider musste ich meine Tätigkeit dort unterbrechen weil ich wie viele meiner Zeitgenossen zum Wehrdienst herangezogen wurde. Nach meiner Zwangspause beim Militär absolvierte ich eine verkürzte Berufsausbildung zum Textil-Einzelhandelskaufmann im gleichen Unternehmen und durfte gleichzeitig schon eine kleine Filiale führen. Nach Abschluss dieser Ausbildung wechselte ich nach Köln-Porz und wurde Chef im Zentrallager der besagten Filialkette. Damit begann meine Laufbahn im Handel.

Mode war damals nicht meine einzige Leidenschaft. Computertechnik, Software und neue Technologien begeisterten mich. Digitales und Technik beschäftigt mich jetzt schon seit über fünfunddreißig Jahren und fasziniert mich immer wieder neu. Angefangen mit dem Commodore C64, über IBM-basierte Rechner und dem ersten Walkman, dem ersten DVD-Recorder, den neusten Entwicklungen mit Hard- und Software von Microsoft, Apple, Google und Social Media, bis hin zu KI mit Alexa, Sprachassistenten und virtual Reality — ich mache alles aktiv mit und probiere die Neuentwicklungen aus. Mir gefällt die rasante technologische Entwicklung. Als zukunftsorientierter Mensch mag ich es, wenn sich die Dinge schnell entwickeln und kann es heute immer noch kaum erwarten, bis wieder etwas Neues an Hard- und Software auf den Markt kommt. Ich folge gern den Veränderungen in einer sich blitzschnell entwickelnden digitalen Welt. Ich schätze personalisierte Kurznachrichten und lese täglich neue Mitteilungen rund um Digitales, Lifstyle, Mode & Trends, Design, Fotografie, Wirtschaft, Führung, Marketing, Gesundheit, Fitness und Psychologie. In diesen Dingen bin ich eng mit den Generationen X, Y und Z aufgewachsen und habe keine Berührungsängste.

Warum ich praktische Ratgeber zum Thema Führung schreibe?

Eine Sache, die mich seit Jahren mit ähnlicher Leidenschaft verfolgt, ist das Thema Führung. Mir war schon sehr früh klar, dass es als Manager*in oder besser Führungskraft wichtig ist, Mitarbeiter*innen und andere wichtige Beteiligte hinter mich zu bringen. Mit war auch klar, dass ein Teil der Arbeit bestmöglich delegiert werden muss, um als Führungskraft Freiraum für die Gespräche und die Auseinandersetzung mit Mitarbeiter*innen, Kolleg*innen, Kunden und Dienstleistern zu haben. Mir war und ist bewusst, dass eine gute Zusammenarbeit auf einem vernünftigen Umgangston und einem vernünftigen Miteinander beruht. Von Anfang an war es mir wichtig, mit interessanten Menschen zusammenzuarbeiten.


Also begann meine Karriere in der Modebranche, die als Einstieg in den achtziger Jahren für einen jungen Mann wie mich ideal war. Schon damals haben sich dort alle ohne Beachtung der Hierarchie geduzt und man war insgesamt locker und entspannt drauf. Damals war das Arbeitsklima in der Modebranche ähnlich wie bei heutigen Startups in der Digitalbranche, wenn nicht sogar besser. Wer damals bereit war, hart zu arbeiten, konnte schnell auch schon in jungen Jahren viel Geld verdienen. Dabei war das Arbeitsklima besser als heute, weil das Tagesgeschäft mit weniger Stress einherging und die Arbeit weniger durch unnötiges Aufstiegs- und Karrieregerangel verzögert wurde.


Mit meinen Chefs und Chefinnen habe ich mich im gesamten Berufsleben immer gut verstanden, weil ich jemand war und bin, der gerne die Kastanien aus dem Feuer holt. Ich bringe Vorgesetzten Loyalität entgegen und arbeite mit einer hohen Aufgaben- und Entwicklungsorientierung. Herausfordernde Aufgaben waren mir immer wichtiger, als Karriere. Ich arbeite gerne im Hintergrund und bin der, den ein/e Chef*in mit wichtigen Aufgaben unbesorgt nach vorne schicken kann. Eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit meinen Vorgesetzten ist mir genauso wichtig, wie die Arbeit im Team.


Mein Wissen über Führung musste ich mir in den ersten Jahren selbst beibringen. In mittelständischen Einzelhandelsunternehmen gab es damals wie auch heute so gut wie keine Angebote für die Weiterbildung von Führungskräften. Was mir zu Beginn meiner Karriere in meiner persönlichen Entwicklung sehr geholfen hat, war mein Interesse für psychologische Fach- und Führungsliteratur. Ich war schon damals ein guter Autodidakt und habe mir erstes Wissen einfach selbst beigebracht. Ein paar Jahre nach meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und nach weiteren arbeitsreichen Jahren als kaufmännischer Leiter in einem Produktionsbetrieb und als geschäftsführender Gesellschafter einer Textil-Handelsunternehmung hatte ich genügend Geld zusammen. Ich konnte Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Marketing auf einer Berufsakademie studieren. Mit einem guten Abschluss in der Tasche wechselte ich als Satellitchef und Abteilungsleiter in den Möbelhandel zum bekannten schwedischen Möbelriesen. Damit war ich dann bei den Personalentwicklungsprofis im Handel angekommen. Danach habe ich kein anderes Unternehmen mehr kennengelernt, dass die Entwicklung von Mitarbeitern so professionell und konsequent vorantreibt, wie der schwedische Heimeinrichtungsspezialist. Ein erheblicher Teil des Erfolges beruht auf exzellenter Mitarbeiterführung und auf umfangreichen Ausbildungsprogrammen. Dort habe ich gelernt, dass gute Führung auf psychologischen Grundlagen beruht und viel praktische Erfahrung beinhaltet. Aber auch ein gehöriges Maß an Selbstreflexion, Menschlichkeit und Bescheidenheit braucht.


In meiner Traineezeit kam ich bei den Schweden in den Genuss einer neun Monate dauernden kombinierten Seminar- und Praxisausbildung, die darauf abzielte, Potentialkandidaten wie mich mit intensiven einwöchigen Führungsseminaren und begleitenden praktischen Projekten in den Einrichtungshäusern zu guten Nachwuchs-Führungskräften zu entwickeln. Das Programm wurde damals mit psychologischer Begleitung durchgeführt. Unter anderem kam es dabei zu regelmäßigen Feedbackgesprächen mit Beurteilung und Besprechung meiner persönlichen Entwicklungsfortschritte. In dieser Zeit und aufgrund der professionellen Gesprächsführung habe ich meine Fähigkeiten und meine Wahrnehmung in Richtung Führungsverantwortung deutlich verbessern und ausbauen können. Während der Ausbildung wurde der Schwerpunkt meiner Entwicklung auf meine individuellen Stärken gelegt. Es gab gute Anregungen für mich zum Umgang mit persönlichen Potentialfeldern. Ich hatte Gelegenheit, an kritischen Punkten in meinem Verhalten zu arbeiten. In den Jahren danach habe ich mein Führungswissen in verschiedenen Einrichtungshäusern weiter ausgebaut und eigene Verkaufstrainings für meine Mitarbeiter entwickelt. Ich war nicht nur Chef, sondern gleichzeitig auch Trainer und Coach für meine Mitarbeiter*innen. Später kam das Mentoring dazu.


In den letzten elf Jahren meines bewegten Berufslebens habe ich das System- und Konzeptmanagement in einem der größeren Einkaufsverbände für Fachhändler der Weißen Ware geleitet und ein Marketing-, Konzept- und Expansionsteam aufgebaut. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag in der digitalen Transformation und im Aufbau eines komplett neuen Einzelhandelskonzeptes für Fachhändler der Weißen Ware mit Professionalisierung des Marketings und Entwicklung von digitalen Dienstleistungsangeboten. Dabei habe ich im Projektmanagement mit interdisziplinären Arbeitsgruppen agile Methoden eingeführt. Ich war einer der wenigen, die es in der Historie dieses Verbandes geschafft haben, ein durchgängiges Vermarktungskonzept für die Fachhändler der Weißen Ware und Küche zu etablieren, dass bis heute zu den erfolgreichen strategischen Geschäftsfeldern des Unternehmens zählt — anerkannt bei Handelspartnern, bei Dienstleistern, der Industrie und dem Vorstand. Nicht selten war ich selbst mit Regionalbetreuern bei Kunden vor Ort, um die Umbauprojekte mit unserem Team bei Handelspartnern in konkrete Umsetzung zu bringen.


Eine interessante Erkenntnis für mich aus dieser Zeit war, dass es mit kooperativen und agilen Managementmethoden selbst in einem konservativen, starren und langsamen System möglich ist, schnell und innovativ zu arbeiten. Das gelang uns, weil wir als Beteiligte das bestehende System mit seinen Vor- und Nachteilen akzeptiert haben und ich in meiner Funktion als Führungskraft meinem Team den Rücken für moderne Arbeitsweisen freihalten konnte – auch unterstützt von meinem Chef. Die persönliche und berufliche Entwicklung meiner Mitarbeiter*innen stand dabei immer im Vordergrund.


Ich denke quer, hinterfrage gerne den Status Quo und bin ein Mensch, der positive Veränderungen liebt und vorantreibt. Das ist heute in der digitalen Transformation von Vorteil. Deshalb halte ich es für wichtig, meine praktischen Erkenntnisse und meine Erfahrungen daraus an andere Menschen weiterzugeben. Heute weiß ich, wie sich klassische Elemente professioneller Führung hervorragend mit agilen Methoden und kooperativen Grundgedanken moderner Teams und Arbeitsgruppen kombinieren lassen. Gute Erfahrungen habe ich in meiner Zeit als Führungskraft mit unternehmensübergreifenden Team-Workshops gemacht, die zum Ziel haben, den Zusammenhalt und das Vertrauen zu fördern und wichtige Themen in der gemeinsamen Persönlichkeitsentwicklung ansprechen.


Seit einiger Zeit arbeite ich schon als Autor und begleite Fach- und Führungskräfte aus meinem Netzwerk bei Ihrer Tätigkeit. Mein Kopf ist voll mit praktisch anwendbarem Führungs- und Fachwissen, das ich gerne an andere Menschen weitergebe. Dieser Wunsch und meine Historie bringen mich zum Schreiben. Ich hoffe sehr, dass meine Bücher und Artikel andere Menschen ein Stück weiterbringen.


Danke fürs Lesen und bleibt gesund!

Mike Winter

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