• Mike Winter

Meine Kurzgeschichte und warum ich Autor und Führungskraft bin.

Aktualisiert: Juli 27

Was sind meine Leidenschaften und was ist der Grund, warum ich ein Buch über Führung geschrieben habe?


Mit 20 war ich plötzlich zum ersten Mal Chef als Zentrallagerleiter bei einem mittelständischen Textileinzel- und Großhandel für junge Mode und Jeans- und Sportwear in Köln. Weisungsbefugt gegenüber 7 direkt unterstellten Mitarbeitern und verantwortlich für die reibungslose Warenversorgung von 12 angeschlossenen Einzelhandelsfilialen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich so gut wie keine Ahnung, wie man Mitarbeiter führt. Ich hatte nur wenig theoretischen Hintergrund, aber Erfahrungen aus der Beobachtung als Mitarbeiter unter meinen vorherigen Chefs. Darunter gab es eine Filialleiterin, die zuvor bei C&A eine professionelle Ausbildung als Teamleitung absolviert hatte und mich in meiner Ausbildungszeit zum Textil-Einzelhandelskaufmann und als Verkäufer durch das Tagesgeschäft Im Young-Fashion-Einzelhandel begleitet hat. Sie förderte uns als Mitarbeiter damals schon sehr individuell mit einer aktiven und konsequenten Gesprächsführung, ohne dabei das Team und das Geschäftsziel aus den Augen zu verlieren. Sie führte mit großer Menschlichkeit, aber auch mit strenger Konsequenz, wenn es um grundsätzliche Regeln und Arbeitsweisen, wie Pünktlichkeit, höflichen Umgang mit Kunden oder die Zusammenarbeit untereinander ging. So konnte ich mir schon früh ein Bild von einer für mich akzeptablen guten Führung machen und mir das ein oder andere für meine ersten eigenen Gehversuche abschauen. Im Laufe der nächsten Jahre musste ich mich erst einmal selbst über das Tagesgeschäft in Führungsthemen weiter entwickeln.

Ich bin 1964 an der Schwelle vom Baby Boomer zur Generation X geboren. Meine Eltern hatten einen eigenen Betrieb, waren deshalb beide sehr beschäftigt und hatten nicht viel Zeit für mich und meine drei Brüder übrig. Als Drittgeborener stand ich schon sehr früh mit beiden Beinen auf der Erde und habe mir bereits mit sechzehn einen ersten Job im Textil-Einzelhandel und eine eigene Wohnung gesucht. Es handelte sich um eine kleine Einzimmerwohnung im Keller eines Mietshauses fünfhundert Meter von meiner Lieblings-Diskothek entfernt. Ich fand Arbeit als Verkäufer in einem coolen Klamottenladen mit extrem angesagten Marken aus dem Jeans- und Sportswear-Bereich in Euskirchen. Der Laden gehörte zu einer schnell und erfolgreich expandierenden Ladenkette aus Nordrheinwestfalen mit großen Filialen in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen und Mannheim.


Angesagte Marken waren damals Diesel, Replay, Lewis, Edwin und Goldie. Neue modische Ware kam im Schwerpunkt aus Italien, Griechenland und der Türkei. Die erste gewaschene Jeans wurde Anfang der achtziger Jahre aus Japan importiert. Das Cash- and Carry-Geschäft blühte. Es gab brandaktuelle modische Ware, die wir einmal wöchentlich aus einem Großhandels-Einkaufscenter in Neuss bezogen. Die Arbeit machte mir extrem viel Spaß. Schließlich trug ich immer die coolsten Klamotten und hatte mit den modisch orientierten Leuten in meiner Heimatstadt zu tun. Verkaufen war mein Ding. Ich fand es gut, wenn ich coole Aufgaben bekam, bei denen ich mich beweisen konnte. Der Branche ging es hervorragend und die Bezahlung war überdurchschnittlich gut. Also habe viel gearbeitet und dabei schon früh viel Geld verdient. Als wir mit der Firma zusätzlich ein eigenes Großhandelslager in Neuss eröffneten, verlagerte ich meinen Lebensmittelpunkt dorthin und ich war zwei Jahre lang für die Lagerorganisation und die Kundenbetreuung verantwortlich. Neben der Beratung von Kunden bestand meine Aufgabe neben der Kundenbetreuung und dem Verkauf darin, circa zwanzigtausend Edwin-Jeans und zehntausend Sportswear-Oberteile im Monat zu verpacken, zu versenden und ordnungsgemäß zu fakturieren. Arbeitstage von zwölf bis vierzehn Stunden waren keine Seltenheit. Im Alter von ungefähr zwanzig Jahren wurde ich dann befördert, wechselte nach Köln-Porz und wurde Chef von neun Mitarbeitern im Zentrallager der besagten Filialkette. Damit begann meine Führungskarriere im Handel.

Mode war aber damals nicht meine einzige Leidenschaft. Computertechnik, Software und neue Technologien begeisterten mich. Neue Technologie beschäftigt mich jetzt schon seit über fünfunddreißig Jahren und fasziniert mich immer wieder neu. Angefangen mit dem C64, über IBM-basierte Rechner und dem ersten Walkman, dem ersten DVD-Recorder, den neusten Entwicklungen mit Hard- und Software von Microsoft, Apple, Google und Social Media, bis hin zu KI mit Alexa und anderen Sprachassistenten, mache ich alles aktiv mit. Mir gefällt die rasante technologische Entwicklung. Ich mag es, wenn sich die Dinge schnell entwickeln und kann es heute immer noch kaum erwarten, bis wieder neue Technologie auf den Markt kommt. Ich folge gern den Veränderungen in der Kommunikation in einer sich rasant entwickelnden digitalen Welt. Ich schätze personalisierte Kurznachrichten und lese täglich neue Mitteilungen rund um Digitales, Lifstyle, Mode & Trends, Design, Fotografie, Wirtschaft, Führung, Marketing, Gesundheit, Fitness und Psychologie. In diesen Dingen bin ich eng mit den Generationen X, Y und Z aufgewachsen und habe keine Berührungsängste. Mit sechsundfünfzig Jahren hänge ich heute in der Freizeit länger am Handy und Computer als meine Söhne, 9 und 13 Jahre alt, und meine jüngeren Mitarbeiter. Das hält mich geistig fit und ich bin informiert.

Warum kann ich einen praktischen Ratgeber zum Thema Führung schreiben?

Eine Sache, die mich seit Jahren mit ähnlicher Leidenschaft verfolgt, ist das Thema Führung. Mir war schon sehr früh klar, dass es als Manager oder besser Führungskraft wichtig ist, Mitarbeiter und andere wichtige Beteiligte hinter mich zu bringen. Mit war auch klar, dass die Arbeit bestmöglich delegiert werden muss, um als Führungskraft Freiraum für die Gespräche und die Auseinandersetzung mit Mitarbeitern, Kollegen, Kunden und Dienstleistern zu haben und die Dinge ihrer Aufgabe entsprechend bei kompetenten Mitarbeitern zu platzieren. Mir war und ist bewusst, dass eine gute Zusammenarbeit auf einem vernünftigen Umgangston und einem vernünftigen Miteinander beruht. Von Anfang an war es mir wichtig, mit intelligenten Menschen zusammenzuarbeiten, denen Freiheit, Kreativität und Flexibilität viel wert ist.


Also begann meine Karriere in der Modebranche, die als Einstieg in den achtziger Jahren für einen jungen Mann wie mich ideal war. Schon damals haben sich dort alle ohne Beachtung der Hierarchie geduzt und man war insgesamt locker und entspannt drauf. Damals war das Arbeitsklima in der Modebranche ähnlich wie bei heutigen Startups in der Digitalbranche, wenn nicht sogar besser. Wer damals bereit war, hart zu arbeiten, konnte schnell auch schon in jungen Jahren viel Geld verdienen. Dabei war das Arbeitsklima genauer betrachtet besser als heute, weil die Arbeit wenig Stress mit sich brachte.


Mit meinen Chefs habe ich mich im gesamten Berufsleben immer gut verstanden, weil ich jemand war und bin, der gerne die Kastanien aus dem Feuer holt und Vorgesetzten, ob jung oder alt, die notwendige Loyalität entgegenbringt. Ich arbeite mit hoher Aufgaben- und Entwicklungsorientierung und mit klaren Zielsetzungen. Ich strebe nicht den Stuhl über mir an, weil mir herausfordernde Aufgaben mehr Spass machen. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln.


Mein Wissen über Führung musste ich mir in den ersten Jahren selbst beibringen. In mittelständischen Einzelhandelsunternehmen gab es damals wie auch heute so gut wie keine Angebote für die Weiterbildung von Führungskräften. Was mir zu Beginn meiner Karriere in meiner persönlichen Entwicklung sehr geholfen hat, war mein Interesse für psychologische Fach- und Führungsliteratur. Ich war schon damals ein guter Autodidakt und habe mir erstes Wissen einfach selbst beigebracht. Ein paar Jahre nach meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann konnte ich Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Marketing auf einer Berufsakademie studieren und wechselte als Trainee für eine Abteilungsleiterposition in den Möbelhandel zum bekannten schwedischen Möbelriesen. Damit war ich dann bei den Personalentwicklungs-Profis im Handel angekommen. Ich habe danach kein anderes Unternehmen mehr kennengelernt, dass die Entwicklung von Mitarbeitern so professionell und konsequent vorantreibt, wie der schwedische Heimeinrichtungsspezialist. Ein großer Teil des Erfolges dieses Unternehmens beruht auf seiner exzellenten Mitarbeiterführung. Dort wurde mir beigebracht, dass gute Führung auf psychologischen Grundlagen beruht, viel praktische Erfahrung beinhaltet und ein gehöriges Maß an Selbstreflexion, Menschlichkeit und auch Bescheidenheit braucht. Fähigkeiten, die jüngere Führungskräfte oder Neueinsteiger ins Führungsgeschäft zu Beginn noch nicht mitbringen können, auch wenn vielleicht ein Führungstalent vorhanden ist.


Ich kam bei den Schweden in den Genuss einer neun Monate dauernden kombinierten Seminar- und Praxisausbildung, die darauf abzielte, Potentialkandidaten wie mich mit intensiven einwöchigen Führungsseminaren und begleitenden praktischen Projekten in den Einrichtungshäusern zu guten Nachwuchs-Führungskräften zu entwickeln. Das Programm wurde damals mit psychologischer Begleitung durchgeführt. Unter anderem kam es dabei zu regelmäßigen Feedbackgesprächen mit Beurteilung und Besprechung meiner persönlichen Entwicklungsfortschritte. Ich dieser Zeit und aufgrund der professionellen Gesprächsführung habe ich meine Fähigkeiten und meine Wahrnehmung in Richtung Führungsverantwortung deutlich verbessern und ausbauen können. Während der Ausbildung wurde der Schwerpunkt meiner Entwicklung auf meine individuellen Stärken gelegt. Es gab gute Anregungen für mich zum Umgang mit persönlichen Potentialfeldern. Ich hatte Gelegenheit, an kritischen Punkten in meinem Verhalten zu arbeiten. In den Jahren nach meiner Traineezeit habe ich das erworbene Führungswissen in verschiedenen Einrichtungshäusern als Verkaufsentwicklungschef weiter ausgebaut und verfeinert und eigene Verkaufstrainings für meine Mitarbeiter entwickelt. Ich war nicht nur Chef, sondern auch Trainer und Coach für meine Mitarbeiter. Später kam das Mentoring dazu.


Die letzten Jahre habe ich in einem der größten Einkaufsverbände mit Fachhändlern in Deutschland, Holland und Frankreich als System- und Konzeptmanager in leitender Funktion verbracht und konnte eine eigene Abteilung mit Marketing- und Expansionsteam aufbauen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag in der digitalen Transformation auf der Professionalisierung des Marketings mit digitalen Dienstleistungsangeboten und dem Aufbau eines komplett neuen Einzelhandelskonzeptes. Dabei kam ich im Projektmanagement mit interdisziplinären Arbeitsgruppen und agilen Projektmanagement -Methoden, -Arbeitsweisen und -Tools in Kontakt.


Ich war einer der wenigen, die es in der Historie dieses Verbandes geschafft haben, ein durchgängiges Vermarktungskonzept für die Fachhändler der Weißen Ware und Küche zu etablieren, dass bis heute zu den erfolgreichen strategischen Geschäftsfeldern des Unternehmens zählt — anerkannt bei Handelspartnern, bei Dienstleistern, der Industrie und dem Vorstand. Das rief intern leider auch Neider und Mitläufer auf den Plan, so dass ich mich Ende 2019 im Zuge eines massiven Stellenabbaus nach Weggang meines Vorgesetzten neuen beruflichen Herausforderungen stellen musste und konnte. Eine interessante Erkenntnis für mich aus dieser Zeit war, dass es mit kooperativen und agilen Managementmethoden selbst in einem konservativen, starren und langsamen System möglich ist, schnell und innovativ zu arbeiten. Das gelingt, wenn Beteiligte das bestehende System mit seinen Vor- und Nachteilen akzeptieren und eine Führungskraft dem eigenen Team den Rücken für moderne Arbeitsweisen mit Eigenverantwortung, Vertrauen und Respekt freihält.


Ich denke quer, hinterfrage gerne den Status Quo und bin ein Mensch, der positive Veränderungen liebt und vorantreibt. Das ist heute in der digitalen Transformation eigentlich von Vorteil. Deshalb halte ich es für wichtig, meine praktischen Erkenntnisse und meine Erfahrungen daraus an andere Menschen weiterzugeben. Heute weiß ich, wie sich klassische Elemente professioneller Führung hervorragend mit den agilen Methoden und kooperativen Grundgedanken moderner Teams oder Arbeitsgruppen kombinieren lassen. Gute Erfahrungen habe ich in meinem Führungsleben mit unternehmensübergreifenden Team-Workshops gemacht, die zum Ziel hatten, den Zusammenhalt und das Vertrauen zu fördern und wichtige Themen in der gemeinsamen Persönlichkeitsentwicklung anzusprechen.


Seit einiger Zeit arbeite ich schon als Autor und unterstütze Fach- und Führungskräfte bei Ihrer konzeptionellen Tätigkeit, wenn ich nicht Vollzeit in Managementaufgaben bei einem Unternehmen eingebunden bin — und es meine Zeit erlaubt. Mein Kopf ist voll mit praktisch anwendbarem Führungswissen, das ich sehr gerne an andere Menschen weitergeben möchte. Dieser Wunsch und meine Historie bringen mich zum Schreiben und ich hoffe sehr, dass meine Bücher und Artikel andere Menschen ein Stück weiterbringen.


Danke fürs Lesen und bleibt gesund

Mike Winter

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